Recycling von Beton

Beton lässt sich - sortenreine Fraktionierung vorausgesetzt - vollständig rezyklieren. Beim Recycling von Beton ist zwischen Frischbeton- und Festbetonrecycling zu unterscheiden. Unter Frischbetonrecycling versteht man die interne Kreislaufführung im Betonwerk. Hierbei werden Rückmengen - also Beton, der beim Reinigen von Mischern und Pumpen im Werk anfällt - sowie nicht eingebauter Beton, der von den Fahrmischern zurück ins Werk gebracht wird, separiert und erneut der Produktion zugeführt. Diese Rückmengen machen ca. 2,5 Prozent der Produktion eines Betonwerks aus. Das Restwasser und die im Restbeton enthaltenen Korngruppen ersetzen Frischwasser und primäre Gesteinskörnungen. Die Verwendung von Restwasser, Restbeton und Restmörtel zur Herstellung von Beton ist in einer DAfStb-Richtlinie geregelt. (siehe auch aktuelles VDZ-Forschungsprojekt AquaCem)

Beim Festbetonrecycling wird der Betonabbruch aufbereitet. Dabei wird er gebrochen und gesiebt, sodass Betonsplitt und Betonbrechsand erzeugt werden. Die sortenreine Verwendung von hochwertigen rezyklierten Gesteinskörnungen als Zuschlag für Beton bis zur Festigkeitsklasse C 30/37 wird durch eine weitere DAfStb-Richtlinie geregelt. Für das Festbetonrecycling ist die Verwendung des Bindemittels Zement unverzichtbar. Zement ermöglicht zudem die Verwertung anderer mineralischer Baureststoffe, wie z. B. Ziegelsplitt, die u. a. zu Mauersteinen verarbeitet werden. Aufgrund konsequenter Anstrengungen beim Baustoff-Recycling wurden im Jahr 2012 rund 91 Prozent der mineralischen Bauabfälle verwertet. Die europäischen Zielvorgaben an die Recycling-Quote werden damit in Deutschland bereits heute erfüllt. Zur Förderung des Baustoffrecyclings wurde 1996 die Arbeitsgemeinschaft Kreislaufwirtschaft Bau gegründet, in der die Zementindustrie über den Bundesverband Baustoffe, Steine und Erden mitwirkt.

Wertschöpfungskette Zement inklusive Beton-RecyclingWertschöpfungskette Zement inklusive Beton-Recycling

Fasst man die gesamte Wertschöpfungskette zusammen, in der Zement hergestellt, weiterverarbeitet und verwendet wird, so folgt auf die Rohstoffgewinnung und Zementproduktion die Herstellung zementgebundener Baustoffe, die Anwendung dieser Baustoffe im Zuge des Bauprozesses sowie die Nutzungsphase des betreffenden Bauwerks. Abgeschlossen wird die Wertschöpfungskette durch die Verwertung der Reststoffe nach Abriss eines Bauwerks - Betonbruch kann die natürlichen Ressourcen Kies und Sand ersetzen. Durch Recyclingbaustoffe können rund fünf bis zehn Prozent der benötigten mineralischen Rohstoffe ersetzt werden. 

Kontakt

Jochen Reiners

Jochen Reiners

Tel.: (0211) 45 78-382

Fax: (0211) 45 78-219

Rohstoffversorgung und Ressourcenproduktivität

Studie über den Status quo und die Perspektiven der Rohstoffversorgung und Ressourcenproduktivität in der deutschen Zementindustrie

Dokumentation Nachhaltigkeit

Mit der Broschüre dokumentieren die Sozialpartner ihr gemeinsames Engagement in der Initiative für Nachhaltigkeit in der deutschen Zementindustrie.

Mineralische Bauabfälle

BBS – Mineralische Bauabfälle Monitoring 2014

Bericht der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau zum Aufkommen und zum Verbleib mineralischer Bauabfälle im Jahr 2014.