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Bautätigkeit und Zementverbrauch

Seit 2010 ist die Bautätigkeit in Deutschland stetig gewachsen und mit ihr auch die Nachfrage nach Baustoffen wie Zement und Beton. Der Zementverbrauch in Deutschland bewegte sich in den letzten Jahren auf einem Niveau zwischen 26 und 30 Mio. Tonnen pro Jahr. Verwendet wird das Bindemittel vor allem zur Herstellung von Ortbeton sowie Beton-Bauteilen. Weitere Mengen werden u.a. in der Produktion von Mörtel, Putz, Estrich und bauchemischen Erzeugnissen benötigt. Für die Baubereiche Wohnungs-, Nichtwohn- und Tiefbau sind Zement und Beton besonders relevant.

Zementverbrauch 2019 nach Baubereichen

Der Zementverbrauch lässt sich in die Baubereiche Wohnungsbau, Nichtwohnbau und Tiefbau gliedern. Für 2019 ergeben sich folgende Anteile.

Wohnungsbau

Zement spielt im Wohnungsbau schon immer eine große Rolle, denn in jedem Wohngebäude finden sich Elemente aus Beton – sei es die Bodenplatte, der Fahrstuhlschacht, die Geschossdecke, der Keller oder die Wand. Seit 2010 hat mit der stärkeren Wohnungsbautätigkeit auch der Zementverbrauch in diesem Segment deutlich zugenommen. Nicht nur, weil insgesamt mehr Wohnungen gebaut wurden, sondern auch weil der Fokus der Baunachfrage auf den Mehrfamilienhäusern in Ballungsräumen lag. Hier hat die Stahlbetonbauweise einen größeren Marktanteil als im Eigenheimbau. Perspektivisch dürfte die jährliche Wohnungsbautätigkeit in etwa auf dem heutigen Niveau von etwa 300.000 Wohnungen verbleiben. Insbesondere der Bedarf an bezahlbaren Mietwohnungen (Kaltmiete < 8 Euro je m²) ist weiterhin auf einem hohen Niveau.

Betonbauweise im Trend

Modernes Wohnen ist ohne Zement und Beton kaum denkbar. Besonders bei Mehrfamilienhäusern spielt der Baustoff einer immer bedeutendere Rolle.

Nichtwohnbau

In fast allen Bereichen des Nichtwohnbaus – von Bürogebäuden bis hin zu Industriegebäuden – ist Zement bzw. Beton der vorwiegend verwendete Baustoff. Insgesamt war der Zementverbrauch in diesem Marktsegment in der Vergangenheit vergleichsweise stabil. Wie sich die Baunachfrage im Nichtwohnbau entwickelt, hängt ganz wesentlich von der gesamtwirtschaftlichen Situation ab. Nachdem sich die deutsche Volkswirtschaft nach 2010 in einem ständigen Aufschwung befand und sich hierzulande ein industrieller Strukturwandel vollzieht, erscheint eine Phase gesamtwirtschaftlicher Stagnation wahrscheinlicher. Impulse für die Bautätigkeit sind damit insbesondere für den Industriebau nicht zu erwarten. Gleichwohl gibt es in anderen Bereichen große Investitionsbedarfe, u.a. bei Schulen und Kindertagesstätten.

Beton unverzichtbar

Im Nichtwohnbau ist Beton in allen Segmenten der Baustoff der Wahl. Bei Industrie- und Bürogebäude kommt er auf einen Marktanteil von mehr als 50%.

Tiefbau und Verkehrsinfrastruktur

Etwa ein Drittel des deutschen Zementverbrauchs geht in den Tiefbau, zu dem ganz wesentlich die hiesige Verkehrsinfrastruktur zählt. Brücken, Tunnel, Schleusen, Schienenwege – bei der Errichtung dieser Bauwerke ist Zement und Beton ein ganz wesentlicher und unverzichtbarer Baustoff. Auch ganze Straßen sowie besondere Bestandteile davon, wie z.B. Kreisverkehre, Busspuren oder Kreuzungen, werden aufgrund der hohen Belastbarkeit in Betonbauweise errichtet. Bereits seit vielen Jahren ist bekannt, dass der Investitionsbedarf im Bereich der Verkehrsinfrastruktur enorm ist. So müssen zahlreiche Brücken und Schleusen ersetzt oder erneuert werden. Zudem sollen Schienenwege und öffentlicher Personennahverkehr deutlich ausgebaut werden. Das Investitionsbudget der öffentlichen Hand ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Zugleich sind allerdings im Lichte knapper Kapazitäten im Bereich von Planung und Bauausführung die Baupreise stark gestiegen. Alles in allem sind aus dem Tiefbausegment positive Impulse auf die Zementnachfrage zu erwarten.

Einzigartige Leistungsfähigkeit

Vor allem imposante Brückenbauwerke und Tunnel machen Beton als leistungsfähigen, vielseitigen Baustoff allgegenwärtig. Beton. Für große Ideen ist deshalb nicht umsonst das Leitmotiv unserer Industrie.

Weitere Informationen

29.03.2017

Publikationen

Impulse für den Wohnungsbau

Aktuelles Positionspapier der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“

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Politik und Wirtschaft

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