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Rohstoffeinsatz und Ressourceneffizienz

Die Gewinnung natürlicher Rohstoffe ist die Grundlage für die Herstellung von Zement. Zu den wichtigsten primären Grundstoffen gehören Kalkstein, Kalkmergel, Kreide, Ton, Sand, Gips und Anhydrit. In kleineren Mengen kommen zudem Bentonit, Kaolinit, Eisenerz sowie Ölschiefer und Trass zum Einsatz. Die meisten Zementwerke in Deutschland  sind aus ökologischen und ökonomischen Gründen direkt bei den Abbaustätten angesiedelt, so dass die gewonnenen Rohstoffe direkt vor Ort zu Klinker und Zement verarbeitet werden können.

Zur Schonung natürlicher Ressourcen sowie zur Einsparung von CO2-Emissionen setzt die Zementindustrie alternative Rohstoffe ein. Diese entstehen zumeist als Nebenprodukte industrieller Prozesse. Zudem fallen sie als Aschen beim Einsatz alternativer Brennstoffe (z.B. Klärschlamm, Altreifen) an. Mehr als 90 Prozent der eingesetzten alternativen Rohstoffe kommen bei der Zementmahlung zum Einsatz. Sie gehen als Haupt- und Nebenbestandteile in den Zement ein, reduzieren den jeweiligen Klinkergehalt und damit letztlich auch die CO2-Emissionen. Perspektivisch dürften heute eingesetzte alternative Rohstoffe wie Hüttensand und Flugasche aufgrund der Energiewende und dem industriellen Strukturwandel nicht mehr oder in deutlich geringeren Mengen verfügbar sein.

Effiziente Rohstoffnutzung

Zur Schonung natürlicher Ressourcen sowie zur Einsparung von CO₂-Emissionen setzt die Zementindustrie alternative Rohstoffe ein. Gleichwohl werden natürliche Rohstoffe wie Kalkstein Ton, Sand, Gips und Anhydrit auch auf lange Sicht unerlässlich für die Zementherstellung bleiben. Die Grafik rechts zeigt den Rohstoffeinsatz der deutschen Zementindustrie 2019.

Rohstoffsicherung und -gewinnung

Die Gewinnung mineralischer Rohstoffe in Deutschland muss in einem immer komplexeren Umfeld mit anderen Belangen und Interessen abgestimmt werden. Bevor diese Rohstoffe gewonnen werden können, müssen potenzielle Abbaugebiete festgeschrieben bzw. planerisch „gesichert“ werden. Dies geschieht zunächst auf Länderebene im Rahmen von Landesentwicklungsplänen und wird auf Ebene der Landkreise oder Regierungsbezirke in Regionalplänen weiter konkretisiert. Immer öfter kommt es dabei jedoch zu konkurrierenden Flächennutzungen, so dass wertvolle heimische Rohstoffvorkommen überplant und so für eine nachhaltige Rohstoffversorgung der Zementindustrie nicht zugänglich sind.

Weitere Voraussetzung für die Gewinnung von Steine-Erden-Rohstoffen ist eine Genehmigung für den Betrieb des Steinbruchs. Ein solches Zulassungsverfahren ist eine komplexe Angelegenheit, die einen längeren Zeitraum, in der Regel mehrere Jahre, benötigt. So müssen Erkundungen über die geologischen Standortbedingungen angestellt, der Kontakt zu Behörden, Gutachtern und Öffentlichkeit hergestellt sowie zahlreiche Antragsunterlagen zusammengestellt werden. Bis eine Genehmigung unanfechtbare Gültigkeit erlangt, kann es noch zu Einwendungen Betroffener kommen, die das Zulassungsverfahren mitunter deutlich verlängern.

 

Artenschutz und Biodiversität

Rohstoffgewinnungsstätten der deutschen Zementindustrie zeichnen sich durch eine hohe Artenvielfalt aus. Dies ergibt sich aus einer Vielzahl von Biotoptypen auf diesen Flächen, die in der deutschen Kulturlandschaft so nur noch selten zu finden sind. Meist handelt es sich dabei um Flächen mit extremen Standortbedingungen, die Primärlebensräume für sehr spezialisierte Arten und Lebensgemeinschaften darstellen. Sehr oft findet man in Gewinnungsstätten zahlreiche Amphibien wie die Gelbbauchunke oder Geburtshelferkröte. Diese Tierarten werden durch die Rohstoffgewinnung gefördert, da sie temporäre, flache und vegetationsarme Stillgewässer zum Leben benötigen. Auch stark bedrohte Arten wie Uhu und Wanderfalke nutzen Steinbrüche als Rückzugsgebiete.

Die für den Abbaubetrieb ausgewiesenen Flächen werden nur für eine begrenzte Zeit genutzt, anschließend folgt eine Phase der Renaturierung oder der Rekultivierung, in welcher Flächen mit einem zuvor meist niedrigen Naturschutzwert von den Unternehmen in hochwertige Biotope verwandelt werden. Somit stehen die Abbauflächen der deutschen Zementwerke einer nachhaltigen Entwicklung nicht im Wege. Es ist fachlich unbestritten, dass stillgelegte Steinbrüche als Rückzugsgebiete und Sekundärbiotope eine positive Rolle für den Natur- und Artenschutz spielen. In Teilen gilt dies auch für noch betriebene Abbaugebiete, da die Renaturierung zumeist schon während der Abbautätigkeit beginnt.

Wertvolle Biotope

Die Kalksteinbrüche der Zementhersteller bieten einzigartige Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. Rohstoffgewinnung und Artenschutz bilden eine feste Einheit.

Rechtlicher Rahmen und Transparenz

Die Gewinnung von Steine-Erden-Rohstoffen für die Zementherstellung unterliegt einer Vielzahl sowohl europa- und bundesrechtlicher Regelungen als auch länderspezifischer Anforderungen. Neben der Rohstoffsicherung ist weitere Voraussetzung eine Genehmigung für den Betrieb des Steinbruchs. Ein solches Zulassungsverfahren unter Einbeziehung der Öffentlichkeit ist eine komplexe Angelegenheit, die einen längeren Zeitraum, in der Regel mehrere Jahre, benötigt. Dabei wird geprüft, welche Auswirkungen die Rohstoffgewinnung auf Mensch, Umwelt und Natur hat und wie diese kompensiert werden können. Darüber hinaus muss vor der Genehmigung eines Vorhabens bereits festgelegt werden, wie die Fläche nach Abschluss der Rohstoffgewinnung genutzt wird.

Mit der Gewinnung mineralischer Rohstoffe gehen darüber hinaus im Allgemeinen verschiedene Berichtspflichten einher, um die Tätigkeiten in diesen Bereichen gegenüber der Öffentlichkeit möglichst transparent darzustellen. So sieht das Handelsgesetzbuch (HGB) zumindest für größere Kapitalgesellschaften Berichte über verschiedene Zahlungsströme an staatliche Stellen vor, die im Zusammenhang mit der Rohstoffgewinnung stehen.

Ähnliche Pflichten gehen einher mit der deutschen Mitgliedschaft in der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI). Wesentliches Ziel der Initiative ist ein Abgleich der wichtigsten Zahlungsströme zwischen rohstoffgewinnenden Unternehmen und staatlichen Stellen. Weitere Berichtspflichten leiten sich aus dem 2020 beschlossenen Geologiedatengesetz (Geo-lDG) ab.

Weitere Informationen

30.10.2015

Publikationen

Rohstoffversorgung und Ressourcenproduktivität in der deutschen Zementindustrie - Analyse des Status quo und Perspektiven

Initiative für Nachhaltigkeit in der deutschen Zementindustrie

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30.09.2019

Publikationen

Rohstoffe der Steine-Erden-Industrie

Die Nachfrage nach Primär- und Sekundärrohstoffen der Steine-und-Erden-Industrie bis 2035 in Deutschland

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16.07.2002

Publikationen

Zementrohstoffe in Deutschland: Geologie, Massenbilanz, Fallbeispiele

Für modernes, nachhaltiges Bauen sind zementgebundene Baustoffe unverzichtbar. Die Herstellung des Bindemittels Zement setzt ihrerseits die Gewinnung von Rohstoffen voraus. Hierbei handelt es sich insbesondere um Kalkstein und Ton oder deren natürlich vorkommendes Gemisch, den Kalkmergel.

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01.07.2019

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Zementindustrie im Überblick 2019-2020

Die kompakte Broschüre „Zementindustrie im Überblick“ biete eine aktuelle Standortbestimmung des VDZ sowie eine Zusammenfassung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der deutschen Zementindustrie.

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02.08.2020

Publikationen

Umweltdaten der deutschen Zementindustrie 2019

Um die Auswirkungen umweltrelevanter Emissionen zu verringern, hat die deutsche Zementindustrie allein in den Jahren 2016 bis 2018 mehr als eine halbe Milliarde Euro in ihren Maschinenpark und damit vor allen Dingen in die Umwelttechnik investiert. So wurden durch den Einsatz der SNCR- und SCR-Technologien die Voraussetzungen geschaffen die seit 2019 geltenden strengeren NOₓ-Grenzwerte von 200mg/m³ einzuhalten.

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