Schonung natürlicher Ressourcen

Hüttensand ist einer der wichtigsten alternativen Rohstoffe der zur Schonung natürlicher Ressourcen eingesetzt wird.

Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung bekennt sich die deutsche Zementindustrie zur Schonung natürlicher Ressourcen sowie zur Ausschöpfung von Substitutionspotenzialen entlang der Wertschöpfungskette. Im Jahr 2015 gingen etwa 16 Prozent des Rohstoffeinsatzes in Form von alternativen Rohstoffen in die Zementherstellung ein – insbesondere in der Klinkerproduktion sowie als Zuschlagstoffe bei der Zementmahlung.

Für die Klinkerproduktion genutzte Klärschlämme aus der Trinkwasseraufbereitung, Gießereialtsande aus der Metallverarbeitung sowie Flugaschen aus Stein- und Braunkohlekraftwerken machten dabei 1,8 Prozent des im Brennprozess eingesetzten Rohmaterials aus. Dieser Anteil ist jedoch abhängig von einem stark begrenzten Angebot geeigneter Stoffe. So ist im Zuge der Energiewende ein deutlicher Rückgang des Flugascheaufkommens (Rückstand von Verbrennungen in Wärmekraftwerken) zu erwarten, was die Substitutionsquote in diesem Bereich verringern könnte. Die Substitutionsquote bei der Zementmahlung ist mit 21,5 Prozent in 2015 deutlich höher. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Hüttensand zu, der als Nebenprodukt bei der Roheisenerzeugung entsteht. Mit dem Einsatz von fast 7 Millionen Tonnen des Substitutes können jährlich etwa 11 Millionen Tonnen Kalkstein eingespart werden.

Daneben setzt die deutsche Zementindustrie auch bei der Deckung ihres Energiebedarfs überwiegend auf den Einsatz alternativer Brennstoffe. Seit Jahren steigern die Unternehmen den Anteil alternativer Brennstoffe am thermischen Energieeinsatz kontinuierlich und konnten diesen seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppeln. Im Jahr 2015 lag die Substitutionsrate bei ca. 64.7 Prozent und damit im internationalen Vergleich auf einem sehr hohen Niveau. Zum Vergleich: der EU-Durchschnitt betrug 2013 etwa 34 Prozent.

Auch bei der Herstellung und Verwendung von Beton werden ressourcenschonende Maßnahmen durchgeführt. Während Zement nach dem Einsatz als Bindemittel nicht wiederverwendbar ist, lässt sich Beton als Gesteinskörnung vollständig rezyklieren (z.B. im Zuge eines Gebäudeabrisses oder -rückbaus). Gleichwohl wird deutlich, dass Primärrohstoffe in Zukunft eine wichtige Rolle spielen müssen, da die hohen Qualitätsanforderungen an die Produkte den Einsatz von rezyklierten Materialien nur für bestimmte Anwendungsformen erlaub

Ressourceneffizienz

Auf europäischer Ebene nimmt das Thema Ressourceneffizienz eine zunehmend wichtige Rolle ein. Mit der Veröffentlichung der Initiative „Ressourcenschonendes Europa“ sowie dem „Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa“ im Jahr 2011 hat die Europäische Kommission die Entkopplung des Wirtschaftswachstums vom Rohstoffbedarf als rohstoffpolitisches Leitmotiv offiziell verankert. Demnach sollen bis 2020 Mindest-Umweltstandards eingeführt werden, um so Erzeugnisse mit geringer Ressourceneffizienz vom Markt zu verdrängen. Derartige Standards bergen jedoch die Gefahr, dass die Politik Ziele verfolgt, die im Rahmen technologischer und ökonomischer Grenzen nicht eingehalten werden können.

Auch auf bundespolitischer Ebene kommt der Ressourceneffizienz eine große Bedeutung zu. Um Fortschritte bei der Produktivität im Bereich abiotischer und nichtenergetischer Rohstoffe zu erzielen, wurde am 29. Februar 2012 das „Deutsche Ressourceneffizienzprogramm“ (ProgRess) verabschiedet, welches im Jahr 2016 als ProgRess II fortgeschrieben wurde. Das Dokument enthält im Kern zehn konkretisierte volks- und kreislaufwirtschaftliche Ziele sowie entsprechende Indikatoren, um den jeweiligen Grad der Zielerreichung zu messen. Mit Blick auf die Bauwirtschaft fordert ProgRess II unter anderem eine Erhöhung des Einsatzes von Recycling-Gesteinskörnungen als Betonzuschlagstoff bis zum Jahr 2030.

Die politischen Ziele der EU-Kommission sowie der Bundesregierung zur Steigerung der Ressourcenproduktivität erfordern Methoden zur Messung der bisherigen Fortschritte. Der Vorschlag der EU-Kommission aus dem Jahr 2012 sieht einen Leitindikator vor, der die Ressourcenproduktivität als Verhältnis des Bruttoinlandsproduktes zum inländischen Materialverbrauch in Euro pro Tonne ausweist. Dieser Indikator blendet jedoch entscheidende rohstoffbedingte und produktbezogene Unterschiede völlig aus und ist nicht in der Lage, die tatsächliche Effizienz des Rohstoffeinsatzes adäquat abzubilden. Es bedarf daher eines differenzierten Ansatzes bei der Entwicklung geeigneter Indikatoren, mit dem vor allem die jeweiligen rohstoff- und produktbezogenen Rahmenbedingungen und der Nutzen des eingesetzten Rohstoffes über den gesamten Lebenszyklus abgebildet werden können.

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Manuel Mohr

Manuel Mohr

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Umweltdaten

VDZ-Umweltdaten 2017

Umweltdaten der deutschen Zementindustrie 2017

Rohstoffversorgung und Ressourcenproduktivität

Studie über den Status quo und die Perspektiven der Rohstoffversorgung und Ressourcenproduktivität in der deutschen Zementindustrie

Grundsatzpapier Rohstoffe

Anforderungen an eine ganzheitliche und nachhaltige Rohstoffpolitik – BDI-Grundsatzpapier zur Rohstoffpolitik im 21. Jahrhundert