Es wird geladen

Hintergrund und Ziele des Projekts

Zur Reduzierung der CO2-Emissionen der Betonbauweise werden bereits heute Zemente mit mehreren Hauptbestandteilen eingesetzt. Der in Deutschland verfügbare Hüttensand wird dabei nahezu vollständig durch die Zementindustrie genutzt. Weitere Hauptbestandteile neben Klinker und Hüttensand sind Flugasche und vor allem Kalkstein. Gemäß der derzeit gültigen Fassung der DIN EN 197-1 können mehrere Hauptbestandteile neben Klinker zu Portlandkompositzementen CEM II/B M mit einem Klinkergehalt von mindestens 65 M. % kombiniert werden. Ein Ansatz, die CO2-Emissionen der Betonbauweise weiter zu reduzieren, besteht in der Erweiterung der Grenzen der Zementzusammensetzung. In der aktuellen Entwurfsfassung der DIN EN 197 1 werden z. B. Portlandkompositzemente mit Klinkergehalten zwischen 50 M. % und 64 M. % als CEM II/C-M definiert. Der Kalksteingehalt ist dabei auf 20 M. % begrenzt.

Zu den in Deutschland üblichen Umwelteinwirkungen auf Beton zählen beispielsweise Frost oder Carbonatisierung. Entsprechend der zu erwartenden Umwelteinwirkungen geben DIN EN 206-1 bzw. DIN 1045-2 Anwendungsregeln für die Zusammensetzung des Betons vor. Diese deskriptiven Regeln wurden anhand von Erfahrungswerten in Deutschland aufgestellt. Für neue Zemente, wie z. B. CEM II/C-M, liegen keine derartigen Erfahrungen vor. Um eine weitere signifikante Verringerung der CO2-Emissionen der Betonbauweise durch den Einsatz dieser Zemente zu erreichen, müssen diese zeitnah und möglichst flächendeckend Anwendung finden. Dies kann nur erfolgen, wenn die Zemente ohne weitere Prüfung in jedem einzelnen Fall für wesentliche Expositionsklassen (Carbonatisierung XC1-4, Frostwiderstand XF1) zugelassen werden.

Eine vom VDZ erarbeitete Studie gibt Hinweise darauf, dass u.a. eine Absenkung der Wasserzementwerte es erlauben würde, auch neue, klinkereffiziente Zemente sicher und ohne weitere Prüfungen in den genannten Expositionsklassen einzusetzen.

Im Forschungsvorhaben soll überprüft werden, ob CEM II/C-M-Zemente unter veränderten betontechnologischen Randbedingungen (verringerte Wasserzementwerte, erhöhte Mindestdruckfestigkeitsklassen) in DIN 1045-2 für einige Expositionsklassen (XC1-4, XF1) ohne weitere Bedingungen zugelassen werden könnten. Das Forschungsprojekt soll hierfür eine Datenbasis schaffen und damit zur Verwendbarkeit neuer, klinkereffizienter Zemente und einer potenziell erheblichen Reduzierung der CO2-Emissionen der Betonbauweise in Deutschland beitragen.

Förderer

Das Projekt wird von der Dres. Edith und Klaus Dyckerhoff-Stiftung gefördert.

Ihr Ansprechpartner

Haben Sie Fragen zu diesem Thema?

Dr. Christoph Müller
Betontechnologie

(0211) 45 78-351
bte@vdz-online.de

Das könnte Sie auch interessieren

01.07.2014

Forschungsprojekte

Dauerhaftigkeitseigenschaften von Betonen mit hüttensand- und flugaschereichen Zementen

Ziel des Forschungsvorhabens war es, eine möglichst breit abgesicherte Datenbasis dauerhaftigkeitsrelevanter Eigenschaften von Betonen in Laborprüfungen unter Verwendung von hüttensand- und flugaschereichen Zementen zu schaffen.

Mehr erfahren

01.12.2013

Forschungsprojekte

Granulometrie der Zementhauptbestandteile - Auswirkungen auf die Dauerhaftigkeit von Betonen mit kalksteinhaltigen Zementen

Ziel des Forschungsvorhabens war die Erarbeitung von Empfehlungen zur Herstellung kalksteinhaltiger Zemente mit Zusammensetzungen nach DIN EN 197-1 sowie mit Zusammensetzungen außerhalb der Norm, die die in Deutschland geforderten dauerhaftigkeitsrelevanten Parameter unter definierten Randbedingungen (lt. Zulassungsverfahren des DIBt) erfüllen.

Mehr erfahren

01.08.2014

Forschungsprojekte

Erforschung des Dreistoffgemisches Klinker, Hüttensand und Kalksteinmehl mit dem Ziel der Absenkung des Klinkeranteils im Zement zur Verminderung der CO₂-Emissionen in der Zementproduktion

Ziel der Untersuchungen war die Beantwortung der Frage, ob mit klinkereffizienten Zementen im System K-S-LL unter zu definierenden Randbedingungen dauerhafte Betone hergestellt werden könnten. Abschließend wurden die Ergebnisse des Forschungsvorhabens ökobilanziell bewertet.

Mehr erfahren

Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Publikation:

Es wird geladen