Alternative Brennstoffe

Ein wesentliches Handlungsfeld zur CO2-Minderung in der Zementindustrie ist die Wahl der Brennstoffe, mit denen der thermische Energiebedarf gedeckt wird. Die unten stehende Tabelle gibt einen Überblick über die Entwicklung des Brennstoffeinsatzes bei der Zementherstellung. Daraus geht hervor, dass der Anteil der Stein- und Braunkohle am gesamten thermischen Energiebedarf durch die verstärkte Verwendung alternativer Brennstoffe von rund 87 Prozent in 1987 auf rund 62 Prozent in 2000 und weiter auf rund 31 Prozent in 2014 deutlich zurückgegangen ist. 

Entwicklung des spezifischen Energieeinsatzes

Demgegenüber hat sich der Anteil alternativer Brennstoffe (u.a. Altreifen, Altöle, Fraktionen aus Gewerbe- und Siedlungsabfällen sowie Altholz, Lösungsmittel) am thermischen Gesamtenergieverbrauch von 1987 bis 2000 versechsfacht und von 2000 bis 2013 noch einmal mehr als verdoppelt. In 2014 betrug der Anteil rund 63 Prozent. Mit diesen hohen Substitutionsraten ist die deutsche Zementindustrie beim Einsatz alternativer Brennstoffe international führend (Zum Vergleich: der EU-Durchschnitt betrug 2013 etwa 34 Prozent).

Die Erhöhung des Anteils alternativer Brennstoffe gilt in der Branche als einer der wichtigsten Hebel zur Minderung von CO2-Emissionen. Zum einen ist das auf den niedrigeren Kohlenstoffgehalt im Vergleich zu Kohle zurückzuführen. Zudem sind einige alternative Brennstoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, d.h. sie führen zu keiner Anreicherung von CO2 in der Atmosphäre – somit werden sie als klimaneutral gewertet. Zudem bietet die energetische Nutzung von alternativen Brennstoffen in der Zementerzeugung im Vergleich zu anderen Verwertungsverfahren zwei besondere Vorteile: 

Erstens werden diese Materialien in Zementwerken prozessintegriert in den Drehrohröfen getrocknet. Dies führt zur Erhöhung der Energieeffizienz, da der Einsatz von gegebenenfalls vorgeschalteten Trocknungseinrichtungen entfällt. Zweitens besteht eine spezifische Besonderheit der Verwertung alternativer Stoffe beim Klinkerbrennen darin, dass sowohl der Energieinhalt als auch die stofflichen Komponenten in den zurückbleibenden Aschen praktisch vollständig als Produktbestandteile genutzt werden können.

Thermischer Energieeinsatz nach Brennstoffarten

Verbrauch in Mio. GJ/a20102011201220132014
Fossile Brennstoffe
Steinkohle9,010,09,87,88,9
Braunkohle20,723,722,319,719,5
Petrolkoks3,32,13,23,24,1
Heizöl S0,60,40,30,20,2
Heizöl EL0,30,20,71,20,7
Erdgas u.a. Gase0,10,20,20,30,5
Sonstige fossile Brennstoffe0,40,10,11,40,0
Gesamt 34,436,736,633,833,9
Alternative Brennstoffe
Gesamt53,757,757,356,658,6
Thermische Energie gesamt 88,194,493,990,492,5

Kontakt

Dr. Volker Hoenig

Dr. Volker Hoenig

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Umweltdaten

VDZ-Umweltdaten 2017

Umweltdaten der deutschen Zementindustrie 2017