Energieeinsatz in der Zementindustrie

Zementwerk bei Nacht.

Die deutsche Zementindustrie ist als energieintensive Branche in besonderem Maße auf wettbewerbsfähige und stabile energiepolitische Rahmenbedingungen angewiesen. Die Herstellung von Zement zählt mit einem Energiekostenanteil an der Bruttowertschöpfung von mehr als 50 Prozent zu den besonders brennstoff- und stromintensiven Produktionsverfahren des Verarbeitenden Gewerbes. Neben der Wettbewerbsfähigkeit der Energieversorgung kommt aber auch der Versorgungssicherheit eine große Bedeutung zu.

Zusammen verbrauchen die 55 deutschen Zementwerke rund 3,5 Terrawattstunden Strom im Jahr; pro Tonne Zement werden ca. 110 Kilowattstunden benötigt. Dies entspricht branchenweit jährlichen Stromkosten von etwa 250 Millionen Euro bzw. etwa 25 Prozent der Bruttowertschöpfung. Nimmt man die Brennstoffkosten hinzu, beläuft sich der Anteil der gesamten Energiekosten sogar auf rund 50 Prozent der Bruttowertschöpfung. 

Der Produktionsfaktor Energie ist damit einer der größten Kostentreiber für die Branche. Die Zementunternehmen haben deshalb seit jeher ein hohes Eigeninteresse an der Steigerung der Energieeffizienz. So wurden bereits in der Vergangenheit Energieintensität und Energieeffizienz sukzessive in ein gesundes Gleichgewicht gebracht, Anreize zur nachhaltigen Effizienzsteigerung konsequent umgesetzt und damit nicht zuletzt CO2-Emissionen deutlich gesenkt.

Aktuelle energie- und klimapolitische Entwicklungen sind für die Branche vor diesem Hintergrund von großer Bedeutung. Dies trifft vor allem für die staatlich induzierten Stromkostenbestandteile zu – in erster Linie die EEG-Umlage. Mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in 2014 wurde die bislang bestehende „Besondere Ausgleichsregelung“ für stromintensive Unternehmen in Einklang mit den beihilferechtlichen Vorgaben der EU gebracht. Die deutschen Zementhersteller werden deshalb auch künftig nur mit einer reduzierten EEG-Umlage belastet. Ein Verlust dieser Regelung hätte Produktion und Beschäftigung am Standort Deutschland massiv gefährdet. In diesem Kontext stellt auch die Verständigung zwischen Bundesregierung und EU-Kommission im EEG-Beihilfeverfahren einen wichtigen Schritt zum Erhalt der heimischen Zementproduktion dar.

Im Bereich der Energie- und Stromsteuern, die ebenfalls einen signifikanten Energiekostenbestandteil ausmachen, wurde 2012 eine Nachfolgeregelung zur Fortführung des so genannten Spitzenausgleichs beschlossen. Als Gegenleistung für die energiesteuerlichen Entlastungen hat sich die deutsche Wirtschaft – anstelle der bisherigen Klimavorsorgevereinbarung – zur Einführung zertifizierter Energiemanagementsysteme sowie zu einer kollektiven jährlichen Minderung des spezifischen Energieverbrauchs bis 2020 von 1,3 Prozent ab 2013 bzw. 1,35 Prozent ab 2016 verpflichtet. Die Details der Selbstverpflichtung sind in der „Vereinbarung zur Steigerung der Energieeffizienz“ vom 1. August 2012 festgehalten.

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Manuel Mohr

Manuel Mohr

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Wettbewerbsfähige Stromkosten

Wettbewerbsfähige Stromkosten – Voraussetzung für die Zementherstellung am Standort Deutschland

Wettbewerbsfähige Stromkosten – Voraussetzung für die Zementherstellung am Standort Deutschland

Umweltdaten

Umweltdaten

Umweltdaten der deutschen Zementindustrie 2015