Die deutsche Zementindustrie – Wertschöpfung und Leistungsfähigkeit

Mischbett und Siloanlage.

Die deutsche Zementindustrie spielt eine wichtige Rolle im breiten Spektrum der Baustoffindustrie. Sie nimmt damit zugleich eine entscheidende Position in der gesamten Wertschöpfungskette Bau ein. Dieses industrielle Netzwerk reicht von den Anbietern von Energie, Maschinen und Anlagen über produktionsnahe Dienstleistungen wie Wartung und Transport bis hin zur Abnehmerseite, also der Transportbeton- und der Betonfertigteilbranche, der Mörtelindustrie und dem Baustoffhandel. Das der Zementindustrie zuzuordnende industrielle Cluster im engeren Sinn bietet mit seinen vor- und nach gelagerten Branchen mindestens 65.000 Arbeitsplätze in Deutschland. 

Mit einem Mix aus mittelständischen und großen Unternehmen gliedert sich die deutsche Zementindustrie insgesamt in 22 Unternehmen und 53 Werke. Andere Industrieländer in der europäischen Nachbarschaft weisen demgegenüber einen deutlich höheren Konzentrationsgrad auf. Mit ca. 7.800 Mitarbeitern haben die deutschen Zementwerke im Jahr 2015 rund 31 Millionen Tonnen Zement hergestellt und dabei einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro erzielt. 

Die Zementindustrie zeichnet sich durch eine hohe Kapitalintensität aus. So müssen für den Neubau eines Zementwerkes mit einer Jahresproduktion von 1,36 Millionen Tonnen Zement im günstigen Fall Investitionen von rund 170 Millionen Euro aufgebracht werden. Mindestens 15 bis 20 Jahre sind notwendig, damit sich ein solcher Kapitaleinsatz amortisiert.

Unabhängig von Baukonjunktur und zunehmender Internationalisierung investiert die ansässige Zementindustrie kontinuierlich in Deutschland: Die Bruttoanlageinvestitionen der Branche betrugen zwischen 2008 und 2014 insgesamt 1,2 Milliarden Euro. Sie dienen nicht nur der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch der laufenden Verbesserung des Umweltschutzes. Mit ca. 6,6 Prozent liegt die Investitionsquote der deutschen Zementindustrie annähernd doppelt so hoch, wie im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt (3,2 Prozent in 2014). 

Als wichtigster Bestandteil von Beton ist Zement für die Entstehung, den Bestand sowie die stetige Fortentwicklung einer modernen industriellen Gesellschaft unverzichtbar. Ohne den Einsatz des hochentwickelten Bindemittels wäre der Bau nachhaltiger und langlebiger Wohn-, Büro- und Industriegebäude sowie einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur (Straßen, Brücken, Kanäle) nicht denkbar.

Kontakt

Dr. Martin Schneider

Dr. Martin Schneider

Tel.: (0211) 45 78-1

Fax: (0211) 45 78-296

Rahmenbedingungen

Zementindustrie im Überblick 2017/2018

In kompakter Form bietet die Broschüre "Zementindustrie im Überblick" eine Zusammenfassung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der deutschen Zementindustrie.

Zahlen und Daten

Zahlen und Daten

Mit der Broschüre stellt der VDZ ein wichtiges Instrument für die Analyse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Zementindustrie zur Verfügung.