Zementnachfrage und Bauinvestitionen

Die Bauwirtschaft, die neben dem Bauhauptgewerbe auch vor- und nachgelagerte Wirtschaftszweige wie die Baustoffindustrie und die Immobilienwirtschaft umfasst, ist für die deutsche Volkswirtschaft von erheblicher Bedeutung. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln aus dem Jahr 2008 entfallen insgesamt 11 Prozent der Wirtschaftsleistung und 12 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Deutschland auf die Wertschöpfungskette Bau.

In den letzten 10 Jahren nimmt die Verwendung von Stahlbeton – und damit auch von Zement als dessen wichtigster Bestandteil – in Deutschland stetig zu. Laut Statistischem Bundesamt sind die im Jahr 2015 fertiggestellten Projekte im Wohnungsbau zu 14 Prozent aus Stahlbeton gefertigt. Damit hat sich der Marktanteil des Baustoffes seit 2005 verdoppelt. Mit einem Anteil von 53 Prozent (2005: 47 Prozent) liegt der Anteil der Baufertigstellungen im Nichtwohnbau wesentlich höher. Zu diesem Baubereich zählen neben dem zementintensiveren Industriebau auch der wohnähnliche Nichtwohnbau (Schulen, Anstaltsgebäude, Bürogebäude) sowie der landwirtschaftliche Bau.

Für die deutsche Zementindustrie ist der Hochbau das dominierende Marktsegment. 2015 wurden etwa 17,4 Millionen Tonnen Zement in diesem Bereich verbraucht, was einem Anteil von 65,0 Prozent am gesamten deutschen Zementverbrauch entspricht. 9,2 Millionen Tonnen bzw. 35,0 Prozent des Zementverbrauches gingen in den Tiefbau. Auch hier spielt Zement bzw. Beton für den Bau von Brücken, Straßen, Tunneln, Kanälen und anderen Infrastrukturprojekten eine große Rolle.

Durch ihre binnenwirtschaftliche Ausrichtung erzeugen Bauinvestitionen unmittelbar Impulse in anderen Wirtschaftsbereichen und sind so ein Schlüssel für nachhaltiges Wachstum. Nach Berechnungen des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) aus dem Jahr 2010 führt eine Erhöhung der Bauinvestitionen um eine Milliarden Euro zu einer gesamtwirtschaftlichen Produktionssteigerung in Höhe von fast 2,4 Milliarden Euro und zu einer Zunahme der Beschäftigung um rund 22.000 Personen. Die damit verbundene Erhöhung des Aufkommens an Steuern und Sozialabgaben legt nahe, dass eine wirksame Konsolidierung der öffentlichen Haushalte auch auf gezielte Wachstumsimpulse setzen muss.

Investitionen in Sachvermögen sind nicht nur wegen der damit verbundenen Stärkung der Binnennachfrage sinnvoll; speziell Bauinvestitionen leisten wichtige Beiträge zur Bewältigung aktueller Herausforderungen. So ist eine hervorragend ausgebaute Infrastruktur in den Bereichen Verkehr und Bildung zwingende Voraussetzung für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Zugleich erfordert der Klimaschutz einen effizienteren Umgang mit Energie. Auch hierzu kann die Bauwirtschaft in hohem Maße beitragen, denn durch die energetische Sanierung des Gebäudebestandes und energieeffiziente Neubauten werden nicht nur Heizkosten, sondern auch Treibhausgasemissionen deutlich reduziert. 

Um das Branchencluster Bauwirtschaft als Impulsgeber für Wachstum und Beschäftigung zu stärken, ist eine Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen erforderlich. Durch Beseitigung rechtlicher Wachstumshemmnisse, bedarfsgerechte Investitionen in die Infrastruktur und gezielte Investitionsanreize für das Bauen lassen sich reale Werte schaffen und die Weichen zur Bewältigung wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen stellen.

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Manuel Mohr

Manuel Mohr

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Zahlen und Daten

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Mit der Broschüre stellt der VDZ ein wichtiges Instrument für die Analyse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Zementindustrie zur Verfügung. 

Bauwirtschaft

BBS-Flyer Bauwirtschaft

Flyer des Bundesverbands Baustoffe - Steine und Erden e.V. zur Bauwirtschaft