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Hintergrund und Ziele des Projekts

Der europäische Normenausschuss CEN/TC 154 hatte geplant, in der europäischen harmonisierten Produktnorm EN 12620 „Gesteinskörnungen für Beton“ das wesentliche Merkmal „Alkali-Kieselsäure-Reaktivität“ durch den „Freisetzbaren Alkaligehalt“ (releasable alkali content) zu ersetzen. Die Anforderung „Dauerhaftigkeit gegen Alkalien“ des Mandats M/125 sollte damit erfüllt werden. Zwischenzeitlich wurde diese Planung wieder verworfen und der „Freisetzbare Alkaligehalt“ soll nun nicht als wesentliches Merkmal in die zukünftige Gesteinskörnungsnorm erscheinen. 

Technisch ist der freisetzbare Alkaligehalt von Gesteinskörnungen dennoch von Interesse. So gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Minerale in Gesteinskörnungen Alkalien freisetzen und diese den wirksamen Alkaligehalt der Porenlösung des Betons erhöhen können. Das würde eine schädigende Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR) begünstigen. Der Alkalibeitrag könnte erklären, warum manche Bauwerke AKR-geschädigt sind, obwohl diese mit NA-Zement (Na2O-Äquivalent ≤ 0,60 %) bzw. mit weniger als 3 kg/m³ Na2O-Äquivalent (aus dem Zement) gebaut wurden.

Überträgt man die im Labor gemessenen freisetzbaren Alkaligehalte auf einen Beton mit 1.850 kg/m³ Gesteinskörnungen, dann könnten Gesteinskörnungen im ungünstigsten Fall bis zu 12,7 kg Na2O-Äquivalent/m³ beitragen (Bild 2). Dies ist jedoch nur ein Laborergebnis, das als Hinweis dient.

Bild 2: Maximal freigesetzte Alkalimenge verschiedener Gesteinskörnungen nach 578 Tagen bei 38 °C in verschiedenen Lösungen und deren Umrechnung in kg Na₂O-Äquivalent pro m³ eines fiktiven Betons mit 1.850 kg/m³ der untersuchten Gesteinskörnung, Daten entnommen [Bérubé et al., 1996]

 

Die tatsächliche Alkalifreisetzung aus Gesteinskörnungen unter Praxisbedingungen kann derzeit mit den Labortestergebnissen nicht vorhergesagt werden, da der Zusammenhang bisher unbekannt ist. Zur tatsächlichen Freisetzung unter Praxisbedingungen gibt es derzeit kaum Erkenntnisse. Dieser Frage wird daher im Forschungsvorhaben nachgegangen. Des Weiteren soll der Zusammenhang zwischen den freisetzbaren Alkaligehalten aus Gesteinskörnungen in Laborversuchen und möglichen Auswirkungen auf den Verlauf einer AKR im Beton untersucht werden. Da es bisher keine  Erfahrung zur Alkalifreisetzung aus deutschen Gesteinskörnungen gibt, wird die Relevanz der Alkalifreisetzung für ein Spektrum unterschiedlicher Gesteinsarten aus deutschen Vorkommen überprüft.

Förderer

Das IGF-Vorhaben 21386 N der Forschungsvereinigung VDZ gemeinnützige GmbH – VDZ Technology gGmbH, Toulouser Allee 71, 40476 Düsseldorf wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Ihr Ansprechpartner

Haben Sie Fragen zu diesem Thema?

Dr. Christoph Müller
Betontechnologie

(0211) 45 78-351
bte@vdz-online.de

Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Publikation:

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