Zementarten und ihre Eigenschaften

Die europäische Norm DIN EN 197-1 unterscheidet 27 sogenannte Normalzemente, die nach ihren Hauptbestandteilen in fünf Kategorien gegliedert werden. Dies sind:

  • CEM I: Portlandzemente
  • CEM II: Portlandkompositzemente
  • CEM III: Hochofenzemente
  • CEM IV: Puzzolanzemente
  • CEM V: Kompositzemente

Portlandzement (CEM I) ist in Deutschland bereits seit 1878 genormt und enthält als einzigen Hauptbestandteil ausschließlich Portlandzementklinker. Zusätzlich dürfen – wie bei allen anderen Normalzementen auch – bis zu 5 Massenprozent (M.-%) Nebenbestandteile zugefügt werden. Dies sind anorganische mineralische Stoffe, die aufgrund ihrer Korngrößenverteilung die physikalischen Eigenschaften der gemahlenen Zemente verbessern. 

Portlandkompositzement (CEM II) besteht im Gegensatz zum reinen Portlandzement aus mehreren Hauptbestandteilen. Ihr Anteil darf generell zwischen 6 und 35 M.-% betragen. Gemäß DIN EN 197-1 können neben Portlandzementklinker folgende Stoffe verwendet werden:

Zementarten und Anteil ihrer jeweiligen Hauptbestandteile.Zementarten und Anteil ihrer jeweiligen Hauptbestandteile.
  • Hüttensand
  • natürliche Puzzolane sowie natürliche getemperte Puzzolane
  • gebrannter (Öl-)Schiefer
  • kieselsäurereiche und kalkreiche Flugasche
  • Kalkstein
  • Silicastaub 

In Deutschland enthält der überwiegende Teil der hergestellten Portlandkompositzemente Hüttensand oder Kalkstein als Hauptbestandteil. Hatte in der Vergangenheit Portlandzement noch den größten Anteil am inländischen Zementversand, ist seine Bedeutung in den letzten Jahren im Vergleich zu Portlandkompositzementen deutlich gesunken. Hierdurch konnte der Klinkerfaktor, also der Anteil von Portlandzementklinker am Zement, im deutschlandweiten Durchschnitt von 0,8 (2004) auf 0,73 (2014) gesenkt und ein erheblicher Teil der mit der Zementherstellung verbundenen  CO2-Emissionen vermieden werden. 

Zu den weiteren Normalzementen zählen die Hochofenzemente (CEM III) mit einem besonders hohen Anteil an Hüttensand (Nebenprodukt der Stahlproduktion), Puzzolanzemente (CEM IV) und Kompositzemente (CEM V). 

Neben Normalzementen sind für bestimmte Bauaufgaben spezielle Zemente erforderlich, beispielsweise mit hohem Sulfatwiderstand, geringer Hydratationswärme oder einem schnelleren Erstarren. Ihre Anforderungen sind in den europäischen Normen DIN EN 197-1 und DIN EN 14216 sowie in der nationalen Norm DIN 1164 Teil 10, 11 und 12 festgelegt.

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Dr. Silvan Baetzner

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Tel.: (0211) 45 78-271

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