Rohstoffeinsatz in der Zementindustrie

Mischbett in einem Zementwerk zur Homogenisierung der Klinkerausgangsstoffe.

Die Gewinnung heimischer Rohstoffe ist die Grundlage für die Herstellung von Zement und stellt einen unverzichtbaren Bestandteil industrieller Wertschöpfungsketten am Standort Deutschland dar. Zu den wichtigsten Grundstoffen von Zement gehören Kalkstein, Ton oder deren natürlich vorkommendes Gemisch, der Kalkmergel. Geologisch gesehen stammen rund 90 Prozent der geförderten Kalksteine aus dem Mesozoikum (Kreide, Jura, Trias) und sind damit 65 bis 250 Millionen Jahre alt. Im Jahr 2015 hat die deutsche Zementindustrie rund 41 Millionen Tonnen Primärrohstoffe gewonnen (siehe Tabelle). Weiterhin wurden ca. 8 Millionen Tonnen alternative Rohstoffe zur Herstellung von ca. 31,2 Millionen Tonnen Zement eingesetzt. Somit leistet die deutsche Zementindustrie einen wertvollen Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Umweltschutz.

Die kapitalintensive Zementindustrie ist auf die langfristige Sicherung wertvoller Lagerstätten angewiesen. Zudem ist eine enge räumliche Anbindung der Zementproduktion an die Abbaustätten von großer Bedeutung. Kurze Wege bei der Rohstoffversorgung entlasten das Verkehrsaufkommen und reduzieren transportbedingte Schadstoffemissionen.

Auch zukünftig wird die Gewinnung natürlicher Rohstoffe Basis für die Zementherstellung sein. Zwar kann der Einsatz alternativer Rohstoffe in begrenztem Umfang weiter gesteigert werden. Die Substitutionspotenziale sind jedoch bereits weitgehend ausgeschöpft und stark abhängig von der Verfügbarkeit industrieller Nebenprodukte sowie den hohen Qualitätsanforderungen an die Zemente der Zukunft. Laut einer vom Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden e.V. beauftragten Studie zur Primär- und Sekundärrohstoffnachfrage in der deutschen Steine-und-Erden-Industrie wird der Rohstoffbedarf bis 2030 voraussichtlich leicht steigen. Treiber dieser Entwicklung ist unter anderem die hohe Nachfrage in den Bereichen Wohnungsbau und Verkehrsinfrastruktur – zwei Marktsegmente, in denen sich bauwirtschaftlich in den vergangenen Jahren ein enormer Nachholbedarf angestaut hat.

Eine verantwortungsvolle Rohstoffpolitik muss deshalb verlässliche Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Rohstoffversorgung schaffen. Nur so erhalten die Unternehmen die nötige Planungs- und Investitionssicherheit, um auch in Zukunft den Bedarf an hochwertigen zementgebundenen Baustoffen zu decken.

Rohstoffeinsatz in der deutschen Zementindustrie 2015

GruppeRohstoffMenge (1.000 t)
CaKalkstein / Mergel / Kreide36.858
Kalkschlämme aus der Trink- und Abwasseraufbereitung, Kalkhydrat, Porenbetongranulat, Calciumfluorid81
SiSand1.096
Gießereialtsand178
Si-AlTon1.150
Betonit / Kaolinit26
FeEisenerz115
Kiesabbrand, verunreinigtes Erz, Eisenoxid/Flugasche-Gemisch, Stahlwerksstäube, Walzzunder95
Si-Al-CaHüttensand6.821
Flugasche341
Ölschiefer113
Trass32
Papierreststoffe, Aschen aus Verbrennungsprozessen, mineralische Reststoffe (z.B. ölverunreinigte Böden)58
SNatürlicher Gips734
Natürlicher Anhydrit533
Gips aus der Rauchgasentschwefelung301
AlAufbereitungsrückstände von Salzschlacken, Aluminiumhydroxid28

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Manuel Mohr

Manuel Mohr

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Information Rohstoffe

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Nachfrage nach Primär- und Sekundärrohstoffen der Steine- und Erden-Industrie bis 2030 in Deutschland (BBS – Bundesverband Baustoffindustrie)

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