Rohstoffeinsatz in der Zementindustrie

Mischbett in einem Zementwerk zur Homogenisierung der Klinkerausgangsstoffe.

Die Gewinnung heimischer Rohstoffe ist die Grundlage für die Herstellung von Zement und stellt einen unverzichtbaren Bestandteil industrieller Wertschöpfungsketten am Standort Deutschland dar. Zu den wichtigsten Grundstoffen von Zement gehören Kalkstein, Ton oder deren natürlich vorkommendes Gemisch, der Kalkmergel. Geologisch gesehen stammen rund 90 Prozent der geförderten Kalksteine aus dem Mesozoikum (Kreide, Jura, Trias) und sind damit 65 bis 250 Millionen Jahre alt. Im Jahr 2018 hat die deutsche Zementindustrie rund 43 Millionen Tonnen Primärrohstoffe gewonnen (siehe Tabelle). Weiterhin wurden ca. 8 Millionen Tonnen alternative Rohstoffe zur Herstellung von ca. 34,0 Millionen Tonnen Zement eingesetzt. Somit leistet die deutsche Zementindustrie einen wertvollen Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Umweltschutz.

Die kapitalintensive Zementindustrie ist auf die langfristige Sicherung wertvoller Lagerstätten angewiesen. Zudem ist eine enge räumliche Anbindung der Zementproduktion an die Abbaustätten von großer Bedeutung. Kurze Wege bei der Rohstoffversorgung entlasten das Verkehrsaufkommen und reduzieren transportbedingte Schadstoffemissionen.

Auch zukünftig wird die Gewinnung natürlicher Rohstoffe Basis für die Zementherstellung sein. Zwar kann der Einsatz alternativer Rohstoffe in begrenztem Umfang weiter gesteigert werden. Die Substitutionspotenziale sind jedoch bereits weitgehend ausgeschöpft und stark abhängig von der Verfügbarkeit industrieller Nebenprodukte sowie den hohen Qualitätsanforderungen an die Zemente der Zukunft. Laut einer vom Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden e.V. beauftragten Studie zur Primär- und Sekundärrohstoffnachfrage in der deutschen Steine-und-Erden-Industrie wird der Rohstoffbedarf bis 2030 voraussichtlich leicht steigen. Treiber dieser Entwicklung ist unter anderem die hohe Nachfrage in den Bereichen Wohnungsbau und Verkehrsinfrastruktur – zwei Marktsegmente, in denen sich bauwirtschaftlich in den vergangenen Jahren ein enormer Nachholbedarf angestaut hat.

Eine verantwortungsvolle Rohstoffpolitik muss deshalb verlässliche Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Rohstoffversorgung schaffen. Nur so erhalten die Unternehmen die nötige Planungs- und Investitionssicherheit, um auch in Zukunft den Bedarf an hochwertigen zementgebundenen Baustoffen zu decken.

Rohstoffeinsatz in der deutschen Zementindustrie 2018

GruppeRohstoffMenge (1.000 t)
CaKalkstein / Mergel / Kreide38.614
Kalkschlämme aus der Trink- und Abwasseraufbereitung, Kalkhydrat, Porenbetongranulat, Calciumfluorid75
SiSand1.068
Gießereialtsand204
Si-AlTon1.168
Betonit / Kaolinit21
FeEisenerz160
Kiesabbrand, verunreinigtes Erz, Eisenoxid/Flugasche-Gemisch, Stahlwerksstäube, Walzzunder69
Si-Al-CaHüttensand7.696
Flugasche253
Ölschiefer145
Trass35
Papierreststoffe, Aschen aus Verbrennungsprozessen, mineralische Reststoffe (z.B. ölverunreinigte Böden)57
SNatürlicher Gips809
Natürlicher Anhydrit641
Gips aus der Rauchgasentschwefelung257
AlAufbereitungsrückstände von Salzschlacken, Aluminiumhydroxid27

Kontakt

Manuel Mohr

Manuel Mohr

Tel.: (030) 2 80 02-100

Fax: (030) 2 80 02-250

 

 

Information Rohstoffe

Rohstoffgewinnung und Rohstoffeinsatz in der deutschen Zementindustrie

Rohstoffversorgung und Ressourcenproduktivität

Studie über den Status quo und die Perspektiven der Rohstoffversorgung und Ressourcenproduktivität in der deutschen Zementindustrie

Rohstoffe der Steine-Erden-Industrie

BBS-Rohstoffstudie 2016 - Die Nachfrage nach Primär- und Sekundärrohstoffen der Steine-und- Erden-Industrie bis 2035 in Deutschland

Die Nachfrage nach Primär- und Sekundärrohstoffen der Steine-und- Erden-Industrie bis 2035 in Deutschland

Zementrohstoffe

Zementrohstoffe in Deutschland.

Zementrohstoffe in Deutschland. Geologie, Massenbilanz, Fallbeispiele

Rohstoffvorkommen in Deutschland

Rohstoffvorkommen in Deutschland