Zementmärkte, regionale Märkte und internationales Umfeld

In Deutschland wurden im Jahr 2015 rund 26,6 Millionen Tonnen Zement verbraucht. Importe – vor allem aus den europäischen Nachbarländern – steuerten dabei mit 1,3 Millionen Tonnen ca. 5 Prozent bei, während die deutschen Produzenten mit rund 6,6 Millionen Tonnen ca. fünf Mal so viel Zement exportierten.

Der Inlandsverbrauch von Zement geht zu etwas weniger als einem Drittel (2015: 30,7 Prozent) in den Wohnungsbau. Der Rest verteilt sich in ähnlicher Größenordnung auf den Nichtwohnbau (2015: rund 34,3 Prozent) sowie auf den Tiefbau (2015: 35,0 Prozent). Nach Verwendungszwecken betrachtet entfällt der größte Teil (55,4 Prozent) auf die Herstellung von Ortbeton (darunter überwiegend Transportbeton mit fast 92 Prozent, die restlichen 8 Prozent sind Baustellenbeton). Die Herstellung von Betonfertigteilen ist mit etwas mehr als einem Viertel des Zementverbrauchs (2015: 28,9 Prozent) zudem von großer Bedeutung.

Obwohl Deutschland beim Pro-Kopf-Verbrauch von Zement (2015: 327 Kilogramm) im Vergleich der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer eine eher hintere Position einnimmt, ist es beim Ranking der weltgrößten Zementhersteller auf Position 16 notiert. Im europäischen Kontext ist Deutschland der größte Zementproduzent. Mit hoher Produktivität und Produktqualität erschließen die deutschen, international ausgerichteten Baustoffkonzerne die globalen Märkte insbesondere durch Direktinvestitionen in internationalen Standorten. Das erfolgreiche Auslandsgeschäft bietet den Unternehmen auch die Chance, sich gegen mögliche konjunkturelle Risiken durch die geographische Diversifizierung abzusichern und stabilisiert damit auch die einheimische Zementproduktion.

Dennoch steht die einheimische Zementindustrie in zunehmendem Maß unter Konkurrenzdruck, bedingt durch sinkende internationale Transportraten und niedrigere Produktionskosten, insbesondere in Übersee. Vor diesem Hintergrund reagiert die Zementindustrie immer wieder sehr sensibel auf die Verschlechterung der nationalen und europäischen Rahmenbedingungen, etwa durch zu enge Klimaschutzreglementierungen oder durch staatlich induzierte Erhöhung der Energiepreise.

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Manuel Mohr

Manuel Mohr

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Zahlen und Daten

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Mit der Broschüre stellt der VDZ ein wichtiges Instrument für die Analyse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Zementindustrie zur Verfügung.