Vermeidung einer schädigenden Alkali-Kieselsäure-Reaktion durch den gezielten Einsatz von Steinkohlenflugasche als Zementhauptbestandteil

Beim Einsatz von potentiell alkaliempfindlichen Gesteinskörnungen im Beton müssen gemäß der aktuellen Alkali-Richtlinie des DAfStb unter bestimmten Bedingungen NA-Zemente gemäß DIN 1164-10 als vorbeugende Maßnahme gegen eine schädigende AKR verwendet werden. Die derzeit gültigen Anforderungen an NA-Zemente führen dazu, dass in der Praxis nur Portlandzemente und hüttensandhaltige Zemente als NA-Zemente hergestellt werden können, flugaschehaltige NA-Zemente dagegen nicht. Vor dem Hintergrund einer steigenden Anzahl als potentiell alkaliempfindlich erkannter Gesteinskörnungen in Deutschland ist die Erweiterung der Palette von NA-Zementen jedoch von steigender Bedeutung.

Die Wirksamkeit von kieselsäurereichen Flugaschen zur Vermeidung einer schädigenden AKR ist seit langem bekannt. Ziel des geplanten Forschungsvorhabens ist es, eine breite Datengrundlage zu den Wechselwirkungen zwischen Flugascheeigenschaften und ihrer Wirkung hinsichtlich einer AKR zu erarbeiten. Die Ergebnisse sollen die Formulierung von angemessenen Anforderungen an flugaschehaltige NA-Zemente und somit deren Herstellung ermöglichen. Dazu wird eine repräsentative Auswahl deutscher Flugaschen charakterisiert und zur Herstellung flugaschehaltiger Zemente verwendet. In Untersuchungen an Zementsteinen und Porenlösungen wird der Einfluss der Flugaschen auf den wirksamen Alkaligehalt der Zemente, den Ca(OH)2-Gehalt der Zementsteine und das Zementsteingefüge ermittelt.

Ein Schwerpunkt des Programms ist die Ermittlung des Einflusses unterschiedlicher Aufbereitungszustände auf die Wirksamkeit der Flugaschen hinsichtlich einer AKR, um die besonderen Auswirkungen der Herstellungsverfahren flugaschehaltiger Zemente zu erfassen.

Förderer

Das IGF-Vorhaben 17249 N der Forschungsvereinigung 
VDZ gGmbH wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Kontakt

Dr. Jörg Rickert

Dr. Jörg Rickert

Tel.: (0211) 45 78-283

Fax: (0211) 45 78-44427

Projektzeitraum

08/2011 - 07/2014

Veröffentlichungen

Forschungsergebnisse