Zementrohstoffe in Deutschland

Zementrohstoffe in Deutschland

Für modernes, nachhaltiges Bauen sind zementgebundene Baustoffe unverzichtbar. Die Herstellung des Bindemittels Zement setzt ihrerseits die Gewinnung von Rohstoffen voraus. Hierbei handelt es sich insbesondere um Kalkstein und Ton oder deren natürlich vorkommendes Gemisch, den Kalkmergel. Aufgrund der Standortgebundenheit der Lagerstätten und der hohen Kapitalintensität ihrer Anlagen ist die Zementindustrie auf eine langfristige Sicherung geeigneter Flächen zur Rohstoffgewinnung angewiesen. Durch werksnahe Abbaustätten werden nicht nur Transportkosten, sondern auch Verkehrsaufkommen und entsprechende Emissionen vermieden.

Obwohl der jährliche Flächenbedarf der deutschen Zementindustrie nach Berechnungen der BUNDESANSTALT FÜR GEOWISSENSCHAFTEN UND ROHSTOFFE (2000) mit weniger als 0,0002% der Landesfläche relativ gering ist, stellt Rohstoffgewinnung vor Ort stets einen Eingriff in Natur und Landschaft dar. Jede Abgrabung ist deshalb an strenge Auflagen und Ausgleichs- bzw. Ersatzmaßnahmen gebunden. Durch eine umweltschonende Abbauführung und Gewinnungstechnik, die Verwendung von Sekundärstoffen und industriellen Koppelprodukten sowie eine zeitnahe Renaturierung oder Rekultivierung tragen die Zementhersteller aktiv zum Ressourcenschutz bei. Die entsprechenden Flächen werden in jedem Fall nur temporär in Anspruch genommen.

Gleichwohl haben die Konflikte zwischen der Rohstoffgewinnung und anderen Belangen um die Nutzung von Flächen zugenommen. Die deutsche Zementindustrie hat daher eine Kommission „Rohstoffe" ins Leben gerufen, die im Hinblick auf eine fundierte Information und Kommunikation relevante Fakten branchenweit aufarbeitet. Dazu wurden mehrere projektorientierte Arbeitsgruppen gebildet, die u. a. eine naturschutzfachliche Bestandsaufnahme der Abbaustätten betreut sowie eine flächendeckende Werksumfrage durchgeführt haben. Die Ergebnisse der Umfrage sind unlängst erschienen (BUNDESVERBAND DER DEUTSCHEN ZEMENTINDUSTRIE/VEREIN DEUTSCHER ZEMENTWERKE 2001). Als weitere Veröffentlichung liegt nunmehr diese Broschüre vor, in der diverse Beiträge der Arbeitsgruppe „Geologie" zusammengefasst wurden.

In Teil I wird nach einer Einführung zu Produkt, Prozess und Geschichte auf chemisch-mineralogische Anforderungen an die Zementrohstoffe, die Entstehung und Einteilung der Kalksteine sowie die Lagerstätten und Rohstoffbasis der Zementwerke mit Klinkerproduktion (integrierte Zementwerke) eingegangen.

In Teil II „Massenbilanz" wird auf der Basis der verfügbaren Statistiken und Analysen eine detaillierte Berechnung der Massenströme und der Substitutionspotenziale für das Zwischenprodukt Klinker und die Zementmahlung vorgelegt.

Da generelle Aussagen nur eingeschränkt möglich sind, werden in Teil III schließlich – abgerundet durch ergänzende Informationen über die betreffenden Werke – anhand konkreter Fallbeispiele standortspezifische Bedingungen der Rohstoffversorgung und Zementproduktion herausgearbeitet.

Geologie, Massenbilanz, Fallbeispiele
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Manuel Mohr

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