BetonQuali - Informations- und Qualifizierungsplattform

lm Verbundprojekt „BetonQuali - Informations- und Qualifizierungsplattform“ des VDZ und seiner Projektpartner soll bis 2019 eine Qualifizierungsmöglichkeit für an- und ungelernte Mitarbeitende in der Betonindustrie entwickelt und erprobt werden. Ungelernt bedeutet hier „ohne Berufsausbildung“; angelernt meint „Berufsabschluss in anderer Berufsrichtung und seit über drei Jahren nicht mehr im erlernten Ausbildungsberuf tätig“. Diese Mitarbeitergruppen sollen sich mit Hilfe digitaler Medien auf die IHK-Externenprüfung zum Verfahrensmechaniker / zur Verfahrensmechanikerin in der Steine-und Erdenindustrie vorbereiten können.

BetonQuali

Die Betonindustrie weist einen hohen Anteil an Beschäftigten aus fachfremden Berufen auf. Zudem bleiben offene Ausbildungsstellen oft unbesetzt. Die gleichzeitig steigenden Anforderungen an die Mitarbeiter/-innen hinsichtlich der technologischen Entwicklung führen zu einem Qualifizierungsbedarf, der durch bisherige Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote kaum mehr zu decken ist. Im Rahmen des Projekts wird daher ein neuer Qualifizierungsansatz für bereits in der Betonbranche Beschäftigte entwickelt und erprobt. Der Ansatz umfasst die Entwicklung einer digitalen Informations- und Qualifizierungsplattform, die an das branchenspezifische „Wissensnetzwerk Zement-Kalk-Beton“ anschließt und diese um neue Lernmodule erweitert wird. Ferner werden Instrumente zur Feststellung und Dokumentation vorhandener Kompetenzen sowie zur Ableitung individueller Qualifizierungswege erarbeitet.

Das Online-Lernen mit der Informations- und Qualifizierungsplattform soll selbstorganisiertes, flexibles Lernen unterstützen und wird mit klassischen Präsenzveranstaltungen verbunden. Zudem ist vorgesehen, dass betriebliche Ausbilder die Plattform-Nutzer als Lernprozessbegleiter unterstützen. So sollen vor allem Lern- und Arbeitsprozesse der Beschäftigten besser miteinander verzahnt, Abwesenheitszeiten vom Arbeitsplatz gering gehalten und die Lernbereitschaft und Lernmotivation der Teilnehmenden gefördert werden. Ziel ist es, dass die Lernenden einen qualifizierten Berufsabschluss nach Berufsbildungsgesetz erwerben und so auch die Grundlage für eine Weiterqualifizierung zum Beispiel zum Industriemeister legen. Die Qualifizierung richtet sich vor allem an Beschäftigte in folgenden Arbeitsbereichen der Betonindustrie: Anlagensteuerung, Disposition, Logistik, Instandhaltung von Maschinen, Baustoffprüfung.

Das Projekt soll als Best-Practice-Beispiel für die Integration digitaler Lernmedien in die be-rufliche Weiterbildung dienen und in der Betonbranche ein neues Weiterbildungskonzept etablieren, das sich insbesondere auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eignet.

Durch die Integration digitaler Medien wird besser als bislang auf die besonderen Bedürfnisse der Unternehmen (z. B. saisonale Schwankungen) und der Lernenden (z. B. flexible Zeiteinteilung, individuelle Lernsteuerung, verschiedene Zugangswege, arbeitsplatznaher Erwerb von Fähigkeiten) eingegangen. Auch soll dadurch dem insgesamt steigenden Bedarf an beruflicher Qualifizierung bei gleichzeitig reduzierter Personaldecke in der Branche Rechnung getragen werden. Hierdurch soll es den branchentypischen KMU ermöglicht werden, auch mit begrenzten Personal- und Finanzmitteln zukünftig Mitarbeitern passgenaue Möglichkeiten zur Qualifizierung anzubieten. Langfristig soll somit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gesteigert werden.

Dieses Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Europäischen Sozialfonds gefördert.