Hochleistungsklinker für Hochofenzemente

Ziel des Forschungsvorhabens war es, die Leistungsfähigkeit von Hochofenzementen durch die systematische Anpassung der Klinkerphasenzusammensetzung bzw. den Zusatz von Mineralisatoren bei der Klinkerherstellung zu erhöhen und damit die Frühfestigkeiten von Hochofenzementen zu verbessern.

Die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen und die daraus abgeleiteten Erkenntnisse haben dazu beitragen, die optimale mineralogische Zusammensetzung des Klinkers im Hinblick auf das Reaktionsvermögen des Hüttensandes systematisch zu ermitteln. Besonders der Einfluss der Phasenzusammensetzung von Klinker auf die Festigkeitsentwicklung von Hochofenzementen war Gegenstand der Untersuchungen des Projekts. Die Gehalte der vier Klinkerphasen (C3S, C2S, C3A und C4AF) sowie die Modifikationen des C3A wurden systematisch in Laborklinkern variiert und das Zusammenspiel von insgesamt 17 verschiedenen Klinkern mit zwei verschiedenen Hüttensanden (34 CEM III/A-Zemente) untersucht. Durch die Kombination von Hochleistungsklinker und einer zusätzlichen Sulfatisierung des verwendeten Hüttensandes konnte die 2-d-Druckfestigkeit von Hochofenzementen um bis zu 50% verbessert werden.

Den Zementherstellern stehen somit wichtige Erkenntnisse zur Verfügung, um die Klinkerzusammensetzung für Hochofenzemente im Rahmen der jeweiligen Werksvoraussetzungen zu optimieren. Wirkungsvolle Instrumente zur gezielten Steigerung der Zementleistungsfähigkeit über die Optimierung des Klinkers in dem System „Klinker-Hüttensand-Sulfat“ sind vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) von großer Bedeutung. Die gezielte Anpassung des Klinkers ermöglicht eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Zements bei gleich bleibendem Hüttensandgehalt oder einen erhöhten Einsatz von Hüttensand bei gleich bleibender Leistungsfähigkeit. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, den wirtschaftlichen und ökologischen Vorteil, der mit der Verwendung von Hüttensand als Hauptbestandteil verbunden ist, weiter auszubauen.

Förderer

Das IGF-Vorhaben 18935 N der Forschungsvereinigung VDZ gemeinnützige GmbH – VDZ gGmbH, Tannenstraße 2, 40476 Düsseldorf wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Kontakt

Dr. Jörg Rickert

Dr. Jörg Rickert

Tel.: (0211) 45 78-283

Fax: (0211) 45 78-44427

Projektzeitraum

11/2015 - 07/2018

Veröffentlichungen

Forschungsergebnisse