Entwicklung eines Verfahrens zur Verwertung von MVA-Schlacke als Rohstoffkomponente bei der Zementherstellung

Als Abfallprodukt der Müllverbrennung fällt in Deutschland pro Jahr ca. 4,8 Mio. t MV-Schlacke an, die überwiegend im Deponiebau verwendet wird. Mittelfristig ist absehbar, dass die Verwertung als Deponiebaustoff aufgrund einer abnehmenden Anzahl neu zu bauender Deponien abnehmen wird, so dass insbesondere für die klein- und mittelständischen Schlackenverwerter die Gefahr besteht, dass traditionelle Geschäftsfelder und damit Arbeitsplätze wegfallen.

Im Rahmen dieses Vorhabens soll ein wirtschaftliches Verfahren entwickelt werden, mit dem aus der Feinfraktion der MV-Schlacke Schwermetalle abgetrennt werden können. Zu diesen Schwermetallen gehören unter anderem Kupfer und Gold, die in der MV-Schlacke in Gehalten vorliegen, wie sie heute in armen geogenen Erzen vorliegen, die auf der Welt abgebaut werden. Zur Realisierung dieses Ziels werden die MV-Schlacken gebrochen, gemahlen und anschließend gesiebt sowie magnetisch getrennt. Die NE-Metalle werden mit Hilfe von Wirbelstromverfahren und Waschprozessen abgetrennt, so dass die restliche mineralische Fraktion in der Zementindustrie verwertet werden kann. Eine Wirtschaftlichkeit des Recyclings von Metallen aus MV-Schlacke wäre nach derzeitigem Kenntnisstand und derzeitigen Metallpreisen – trotz hoher theoretischer jährlicher Erlöse - nicht zu realisieren, wenn die feingemahlene Restfraktion deponiert werden müsste.

Die verbleibende mineralische Fraktion der Müllverbrennungsschlacke besteht überwiegend aus den Hauptbestandteilen, die zur Zementherstellung verwendet werden, so dass eine stoffliche Verwertung im Klinkerbrennprozess untersucht wird. Sie kann zu einer weiteren Reduzierung der CO2–Emissionen von Zementwerken beitragen. Darüber hinaus werden durch die Verwendung alternativer Rohstoffe bei der Zementherstellung natürliche Ressourcen geschont.

Förderer

Das IGF-Vorhaben 18533 N der Forschungsvereinigung VDZ gemeinnützige GmbH – VDZ gGmbH, Tannenstraße 2, 40476 Düsseldorf wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Kontakt

Dr. Jörg Rickert

Dr. Jörg Rickert

Tel.: (0211) 45 78-283

Fax: (0211) 45 78-44427

Projektzeitraum

06/2016 - 12/2018