Presseinformationen

Donnerstag, 16. Juli 2015

EU-Vorschläge zum Emissionshandel nach 2020 – Zementindustrie lehnt Flatrate-Reduzierung ab

Die Klimaschutzziele der EU sehen bis 2030 eine Kürzung der Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 vor. Die EU-Kommission hat nun am Mittwoch ihren Vorschlag für eine Reform des Handels mit Emissions-Zertifikaten nach 2020 vorgestellt. Dabei lässt die Kommission aus Sicht der deutschen Zementindustrie jedoch wesentliche Problempunkte außer Acht.

„Die im Vorschlag der EU-Kommission vorgesehene jährliche, pauschale Reduzierung der für die Zuteilung von CO2-Zertifikaten maßgeblichen Benchmark-Werte ist für die deutsche Zementindustrie nicht tragbar“, sagt Gerhard Hirth, Präsident des Vereins Deutscher Zementwerke e.V. (VDZ). „Mit ihrem Vorschlag ignoriert die Kommission die tatsächliche technische Entwicklung zugunsten einer pauschalen Anpassung historischer Werte“, so Hirth. „Wir fordern daher neue Benchmarks für die neue Handelsperiode nach 2020 und eine Zertifikatszuteilung, die den tatsächlichen, aktuellen Stand der Technik berücksichtigt“.

Hintergrund: Industrieanlagen, darunter auch die deutschen Zementwerke, erhalten auf Basis von Benchmarks eine kostenlose Zuteilung von CO2-Zertifikaten. Grundlage ist der Mittelwert der Emissionen der besten 10 Prozent aller europäischen Werke in den Jahren 2007 und 2008. Stößt ein Werk – unter Berücksichtigung der jeweiligen Produktionsmengen – mehr oder weniger CO2 aus, muss es weitere Zertifikate erwerben oder kann, dank seiner Investitionen in den Klimaschutz, einen Teil der Zertifikate weiterverkaufen. Der Vorschlag der EU-Kommission sieht eine pauschale Reduzierung dieser Benchmark-Werte um ein Prozent pro Jahr von 2008 bis 2025 vor. Je nach tatsächlicher Emissionsentwicklung des jeweiligen Industriesektors, soll diese pauschale Reduzierung um +/- 0,5 Prozent angepasst werden. Dies hebelt aus Sicht der Zementindustrie das Benchmark-Prinzip und den tatsächlichen Vergleich mit den effizientesten Anlagen aus. Der VDZ und die deutsche Zementindustrie fordern deshalb eine erneute Ermittlung der Benchmarks für die neue Handelsperiode ab 2020 anstelle der vorgeschlagenen pauschalen CO2-Flatrate-Reduzierung.

„Gleichzeitig werden prozessbedingte Emissionen von der EU-Kommission nicht berücksichtigt“, sagt VDZ-Präsident Hirth. Rund zwei Drittel der CO2-Emissionen der Zementherstellung werden bei der Umwandlung von Kalkstein zu Zementklinker freigesetzt. „Dieses CO2 stammt aus dem Rohmaterial und lässt sich durch bessere Technik oder verminderten Brennstoffeinsatz gar nicht reduzieren“, so Hirth weiter. Träte die von der EU-Kommission vorgeschlagene Flatrate-Reduzierung von einem Prozent pro Jahr in Kraft, blieben für die energiebedingten CO2-Emissionen der Zementhersteller im Jahr 2030 keine der zugeteilten Zertifikate mehr übrig. Eine kostenfreie Zuteilung von CO2-Zertifikaten für nicht minderbare prozessbedingte Emissionen müsse daher in einem überarbeiteten Vorschlag konstant bleiben, so Hirth. Die Forderung der EU zur weiteren Reduzierung der CO2-Emissionen dürfe lediglich den energiebedingten CO2-Ausstoß betreffen.

Nach wie vor ungeklärt im Emissionshandel ist das Stilllegen von ineffizienten Altanlagen oder deren Zusammenlegen zu neuen, modernen Einheiten. Anders als noch in der ersten Handelsperiode in Deutschland sieht auch der jetzige europäische Vorschlag keine hiervor erforderliche Übertragung von Zertifikaten zwischen den entsprechenden Anlagen vor. Insofern trägt die EU Kommission in diesem Fall dem technischen Fortschritt und anstehenden Effizienzsteigerungen weiterhin keine Rechnung.

Dem Verein Deutscher Zementwerke gehören 20 deutsche Zementhersteller mit insgesamt 50 Zementwerken an. Die Branche erwirtschaftet in Deutschland mit rund 7.900 Beschäftigten jährlich einen Umsatz von etwa 2,5 Milliarden Euro.

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Seminar Röntgenbeugungsanalyse

Im Seminar wird ein Überblick über die praktischen Anwendungsmöglichkeiten der Röntgenbeugungsanalyse (Röntgendiffraktometrie) gegeben. Aufgrund der Entwicklungen in der Computertechnologie sind quantitative Auswertungen mittels Rietveld-Methode für jeden Anwender möglich. Die Teilnehmer erhalten ein erweitertes Grundwissen über die Präparation, die Prinzipien der Analysenmethode und der Auswertetechniken.

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VDZ-Fachtagung Zementchemie 2017

Die VDZ-Fachtagung Zementchemie richtet sich gezielt an die Experten der deutschsprachigen Zement- und Betonindustrie, sie ist ein wichtiges Forum und Bindeglied zwischen der Gemeinschaftsforschung und den Anforderungen aus der täglichen Praxis.

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Rahmenbedingungen

Zementindustrie im Überblick 2016/2017

In kompakter Form bietet die Broschüre "Zementindustrie im Überblick" eine Zusammenfassung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der deutschen Zementindustrie.