Das Produkt Zement und seine Herstellung
Zement ist ein anorganisches, fein gemahlenes, hydraulisch wirkendes Bindemittel für Mörtel und Beton. Das Ausgangsmaterial moderner Bauzemente besteht aus einer Mischung von 70 bis 80 Masseprozent Kalkstein und 20 bis 30 Masseprozent Ton. Je nach chemischer Zusammensetzung der Abbaustätte müssen Korrekturstoffe, etwa Eisenerz oder Sand, zugefügt werden.
Die Rohstoffe für Zement werden im Steinbruch gewonnen. Dort wird das Material entweder durch Sprengungen oder mit schweren Maschinen gelockert und anschließend mit Rad-Schaufelladern und Schwerlastkraftwagen zur Brecheranlage transportiert und dort zu Schotter zerkleinert.
Der Rohschotter wird über Förderbänder oder mit Seil- und Schienenbahnen in die Schotterhalle des Zementwerkes gebracht. Hier wird er in einem Mischbettsilo eingelagert und homogenisiert. Nach Gewinnung, Förderung, Zerkleinerung und Homogenisierung wird das Rohmaterial zu Rohmehl gemahlen, entsäuert und anschließend im Drehofen bei etwa 1.250 Grad zu Zementklinker gebrannt, der anschließend gekühlt und gemahlen wird. Die chemische Zusammensetzung der Rohmaterialien wird durch Probenentnahmen und Analysen ständig überwacht. Im Forschungsinstitut des Vereins Deutscher Zementwerke (VDZ) werden die hierfür eingesetzten hoch entwickelten Verfahren kontinuierlich weiterentwickelt.
Die Zementindustrie hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr zu einer High-Tech-Branche entwickelt. Der Stofftransport ist heute in hohem Maß automatisiert, die Produktion wird über computergestützte Prozessleitsysteme gesteuert und die Produktqualität mit aufwändigen Laborverfahren gesichert. Über das bauwirtschaftlich nach wie vor äußerst wichtige normierte Massenprodukt Zement hinaus werden in zunehmendem Maße die innovativen Potenziale des Zementeinsatzes forciert. Die Entwicklung von Spezialzementen, wie beispielsweise hochleistungsfähigen Schnellzementen oder mikrofeinen Injektionszementen, gewinnt immer mehr an Bedeutung.



