NachhaltigkeitNachhaltig ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Dabei sind wirtschaftliche, ökologische und soziale Bedürfnisse zu beachten. Dieses Leitbild der Nachhaltigkeit muss auf der gesamten Wertschöpfungskette (dem Lebensweg) des Zements vom Steinbruch bis zum Betonrecycling verfolgt werden. |
![]() Bild 1: Dimensionen der Nachhaltigkeit (Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft) entlang der Wertschöpfungskette des Zements |
Nachhaltigkeit in der Zementindustrie
Die deutsche Zementindustrie und einige Industriegewerkschaften haben sich in der Initiative für Nachhaltigkeit zusammengeschlossen. In einer Dokumentation haben sie die Beiträge zur Nachhaltigkeit auf der Wertschöpfungskette von Zement zusammengetragen. So kann in der Zementindustrie z. B. der notwendige Bedarf an Rohstoffen mit der Umweltverträglichkeit der Rohstoffgewinnung in Einklang gebracht werden („Naturschutz und Zementindustrie“). Doch auch soziale Belange der in der Zementindustrie Beschäftigten werden etwa durch Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und zur Fortbildung beachtet.
Nachhaltiges Bauen
Die nachhaltige Entwicklung besitzt auch für das Bauen mit Zement und Beton eine zentrale Bedeutung. Dabei repräsentiert das Bauwerk den Nutzen des Bauens. Zur Beurteilung nachhaltigen Bauens werden verschiedenartige Kenngrößen eines Bauwerks herangezogen:
- wirtschaftliche Indikatoren, z. B. die Erstellungs- und Nutzungskosten
- ökologische Indikatoren, z. B. der Beitrag zum Treibhauseffekt durch Emissionen oder der Primärenenergiebedarf auf dem Lebensweg eines Bauwerks
- soziale Indikatoren, z. B. die Behaglichkeit der Nutzer.
Der entscheidende Beitrag eines Baustoffs zur Nachhaltigkeit liegt folglich in seinem Potenzial, mit ihm ein gleichzeitig bedarfsgerechtes und insgesamt kosten- und umweltschonendes Bauwerk zu errichten.
In der Beurteilung von Baustoffen wie Zement und Beton muss daher zunächst der Nutzen gesehen werden, den sie im Bauwerk erbringen. Die Umweltwirkungen der Baustoffherstellung werden diesem Nutzen gegenübergestellt, können jedoch nicht isoliert für den Baustoff bewertet werden. Sie können z. B. durch ökologische Baustoffprofile oder durch Umweltdeklarationen dokumentiert werden und gehen als Information in die Beschreibung der Umweltwirkungen des gesamten Bauwerks ein.
Nachhaltiges Bauen kann in der Praxis nur umgesetzt werden, wenn auch konkrete Hilfestellungen für die einzelnen Bauweisen erarbeitet werden. Aufbauend auf einen Sachstandbericht hat der Deutsche Ausschuss für Stahlbeton (DAfStb) dazu ein Forschungsprojekt „Nachhaltig Bauen mit Beton“ vorbereitet, dessen erste Phase angelaufen ist. Das Forschungsinstitut der Zementindustrie beteiligt sich an diesem Projekt mit einer Studie zu den Potenzialen des Sekundärstoffeinsatzes im Betonbau.

