Beurteilung des Gefährdungspotentials von Betonzusammensetzungen
Aus wirtschaftlichen Gründen ist es nicht immer möglich, die örtlich vorkommende alkaliempfindliche Gesteinskörnung auszutauschen. In diesem Fall ist es erforderlich, unter Berücksichtigung der lokal zur Verfügung stehenden Zemente und Zusatzstoffe Betonzusammensetzungen zu konzipieren, die hinsichtlich einer schädigenden AKR unbedenklich sind. Um solche Betonrezepturen sicher beurteilen zu können, muss ein Verfahren entwickelt werden, mit dem innerhalb möglichst kurzer Zeit praxisgerechte Betonzusammensetzungen auf eine mögliche schädigende AKR geprüft werden können. Ein solches Performance-Prüfverfahren wird zzt. in einem von der AiF geförderten Forschungsvorhaben entwickelt. |
Als Basis dient dazu ein in Frankreich entwickeltes Betonprüfverfahren, bei dem Betonprismen bei 60 °C über Wasser gelagert (Bild 1) und deren Längenänderungen in Abhängigkeit von der Zeit bestimmt werden. Die Untersuchungen zielen zunächst darauf hin, das Verhalten der Betone bei dieser Prüfung mit dem von gleich zusammengesetzten Betonen im Außenlager zu vergleichen. Damit wird gewährleistet, dass mit dem Performance-Prüfverfahren nicht ähnliche Diskrepanzen auftreten, wie bei der Lagerung von Betonprobekörpern mit Puzzolanen in der 40 °C-Nebelkammer (Bild 2). Dabei zeigten die Probekörper unter beschleunigenden Reaktionsbedingungen keine Dehnungen, während im Außenlager eine deutliche Dehnung sowie Rissbildung festzustellen war.
Bokern J., Siebel, E.: Alkali-silica reaction in Germany - Transfer of laboratory results to practice; in: Alkali-Aggregate Reaction in concrete : Proceedings of the 12th International Conference on Alkali-Aggregate Reaction in Concrete, October 15 - 19, 2004; Beijing International Convention Center, Vol. I; Ed. by Mingshu T., Min D., Peking, Int. Academic Publ., World Publ. Corporation, 2004, S.490-498. |