Hg-Minderung sind Grenzen gesetzt

Quecksilber (Hg) ist ein ubiquitäres und aus toxikologischer Sicht für den Menschen bedeutsames Element. Es wird – wie alle Spurenelemente – in geringen Mengen über die Roh- und die Brennstoffe in den Klinkerbrennprozess eingetragen. Aufgrund seiner Flüchtigkeit wird das Quecksilber nicht in der Ofenanlage bzw. im Vorwärmer zurückgehalten und gelangt mit dem Rohgas in Abhängigkeit von der Abgastemperatur in die nachgeschalteten Anlagen. Für die mögliche Anreicherung von Quecksilber im äußeren Kreislauf von Ofenanlagen der Zementindustrie ist neben dem Temperaturverlauf im Abgasweg das Maß und die Art der Ausschleusung von Rohmaterial aus der Abgasreinigungsanlage von besonderer Bedeutung.

Der VDZ hat daher Untersuchungen mit dem Ziel durchgeführt, bestehende Erkenntnisse über das dynamische Verhalten der Hg-Emissionen bei wechselnden Betriebszuständen zu vertiefen. Darüber hinaus sollten Möglichkeiten aufgezeigt werden, den Aufbau von Hg-Kreisläufen gezielt zu begrenzen.

Es hat sich herausgestellt, dass die Hg-Einnahmen vornehmlich aus den Rohstoffen kommen. Der Eintrag über die Brennstoffe ist bedeutend geringer. Das eingebrachte Quecksilber reichert sich im äußeren Kreislauf zwischen Vorwärmer, Abgasfilter und Rohmühle an. Dabei erweist sich das Ofenmehlsilo als ein zeitlicher Puffer, der das Quecksilber zeitverzögert wieder in den Vorwärmer abgibt. Zur Entlastung des äußeren Hg-Kreislaufes und damit zur Minderung der Hg-Emissionen hat es sich als zweckmäßig erwiesen, den EGR-Staub – insbesondere in der Direktbetriebszeit -teilweise auszuschleusen. Bei Vergleichsmessungen zwischen der kontinuierlichen und diskontinuierlichen Hg-Messung ergaben sich teilweise erhebliche Diskrepanzen, v.a. im Direktbetrieb. Im Verbundbetrieb stimmten die Messergebnisse besser überein.

   

Stand: 08.02.2012