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Minderung von Stickstoffoxiden

 

 

Beim Klinkerbrennprozess kommt es zur Bildung von Stickstoffoxiden (NOx). Man unter­schei­det zwischen thermischem NO, das bei den hohen Gastemperaturen im Drehofen aus Luftstickstoff gebildet wird, und dem Brennstoff-NO, das bei niedrigeren Temperaturen aus dem Brennstoffstickstoff entsteht. Ca. 95 % der Stickstoffoxide werden in Form von NO emittiert, ca. 5 % in Form von NO2.

Entsprechend den Regelungen der TA Luft und der 17. BImSchV sind Emissionsgrenzwerte für NOx (angeg. als NO2) einzu­halten. Dazu ist in vielen Fällen die Anwendung von Emis­sions­minderungs­maßnahmen erforderlich. Mittels so genannter Primär­maß­nahmen, d.h. betrieblichen und feue­rungs­tech­nischen Maßnahmen, soll bereits die Bildung von NOx ver­min­dert werden. Als Beispiele seien der Ein­satz von LowNOx-Brennern sowie allgemeine Maß­nah­men zur Ver­gleich­mäßigung des Ofenbetriebes und zum Abbau von Tempera­tur­spitzen genannt.

Bei der Anwendung von Sekundärmaßnahmen wird bereits gebildetes NOx wieder abgebaut. Als effektive und wirtschaftliche Minderungsmaßnahme gilt das SNCR-Verfahren (selective non-catalytic reduction), während eine großtechnische SCR-Anlage (selective catalytic reduction) erst in einem Zement­werk installiert wurde. Sowohl bei der katalytischen als auch bei der nicht-katalytischen Reduktion wird durch Eindü­sung eines stickstoffhaltigen Reduk­tions­mittels (meist wässrige Ammoniak-Lösung) ein Abbau von NO zu den umweltneutralen Produkten N2 und H2O erreicht. Während der SNCR-Prozess bei hohen Temperaturen zwischen 850 und 1.050°C ("Tempe­raturfenster") abläuft (siehe Bild 1), wird beim SCR-Verfahren durch Einsatz eines Kata­lysators die Minderungsreaktion in einen Temperatur­bereich zwischen 300 und 400°C verscho­ben.

Seit vielen Jahren werden vom FIZ Forschungsvorhaben zur NOx-Minderung durchgeführt und durch den VDZ-Arbeitskreis "NOx-Minderung" begleitet. Die Projekte werden mit öffentlichen Mitteln (z.B. AiF, EU, BMBF) oder über die VDZ-Gemeinschaftsforschung finanziert. Einen breiten Raum nehmen dabei die Untersuchungen zum SNCR-Verfahren ein, z.B. Versuche zum Minderungs­potential oder zur Anwendung dieser Sekundär­maßnahme an Ofenanlagen mit gestufter Zweitfeuerung (siehe Bild 2).