Springe zu Navigation | Suche | Inhalt | Seitenfuß

Dosierung von Fe(II)SO4 zum Sackzement

Mit der Branchenregelung „Chromatarme Zemente und Zubereitungen“ wurde im Jahr 1999 von den Bau-Berufsgenossenschaften, den Arbeitsschutzbehörden, den Zementanwendern, dem Baustofffachhandel sowie der Zementindustrie ein Bündel von Maßnahmen mit dem Ziel verabschiedet, den Arbeitsschutz beim händischen Umgang mit zementhaltigen Produkten zu verbessern. Ein Element dieser Vereinbarung ist seit Beginn des Jahres 2000 die ausschließliche Herstellung der bereits seit 1997 flächendeckend angebotenen „chromatarmen“ Sackzemente. Mit der Branchenregelung verpflichtete sich die deutsche Zementindustrie, den Grenzwert von 2 ppm wasserlöslichen Chromats gemäß der Technischen Regel für Gefahrstoffe 613 (TRGS 613) durch Zusatz geeigneter Reduktionsmittel in allen deutschen Sackzementen sicherzustellen.

Mittlerweile hat sich die deutsche Zementindustrie dafür ausgesprochen, auch den losen Zement chromatreduziert herzustellen. Als Reduktionsmittel werden Fe(II)SO4 oder aber das wesentlich teurere SnSO4 eingesetzt. Im Vergleich zum Fe(II)SO4 zeichnet sich SnSO4 durch eine höhere Lagerstabilität, eine bessere Löslichkeit und somit eine höhere Reduktionswirkung aus. Dies bedingt, dass bereits deutlich geringere Mengen (ca. Faktor 10 im Vergleich zu Fe(II)SO4) eine ausreichende Reduzierung sicherstellen können. Hierfür ist allerdings eine noch präzisere Dosier- und Homogenisiertechnik als beim Fe(II)SO4 vorzusehen.

Bei der eigentlichen Dosierung des Fe(II)SO4  zum Zement (hier am Beispiel über eine Zelleradschleuse) ist zur Vermeidung von Dosierfehlern auf folgende Punkte besonders zu achten:

  • Bestimmung beider Materialströme (Zement und Fe(II)SO4 ) vor der Mischung, um eine genaue Dosierung zu ermöglichen Vorlage des Fe(II)SO4 in der Zellenradschleuse vor Zugabe des Zementes (bessere Vermischung – „Kaffee auf Milch-Effekt“)
  • Druckausgleich in der Zellenradschleuse zur Vermeidung unkontrollierter Massenströme sowie Anpassung der Entstaubung
  • Regelmäßige Wartung der Dosiereinrichtungen und der Zellenradschleuse Geeignete Sicherheitsvorkehrungen bei Abweichungen vom Regelbetrieb (Störungen, Anfahren, Abfahren) – Störfallbetrachtungen
  • Neben der reinen Handhabung muss im Hinblick auf die Stabilität des Fe(II)SO4 auch auf die Temperatur des Zements beim Dosieren geachtet werden, um die Wirksamkeit des Reduktionsmittels zu erhalten. Deshalb kann es im Einzelfall zweckmäßig sein, den Zement abzukühlen.